code

*

code

Eigentlich galten sie als ausgestorben, vertrieben aus unseren sauberen Haushalten, vielfach mit starken Giften, unter anderem DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), bekämpft und besiegt. Aber diese Rechnung wurde ohne die Hartnäckigkeit der Hauptdarsteller gemacht: der Bettwanzen. 

Sie sind wieder da – oder waren nie ganz weg: Die Bettwanzen – kleine, ein paar Millimeter große Insekten, die sich ausschließlich von Blut ernähren; am liebsten von Menschenblut, ansonsten auch zur Abwechslung von Haustieren, Vögeln und Fledermäusen.

Lange Zeit war es um das Thema Bettwanzen ruhig. Seit Anfang der 90er-Jahre wird aber von einer massiven Ausbreitung der Tiere vor allem in den USA und Australien berichtet. Selbst in Deutschland und Österreich steigt die Befallsrate in Hotels, Transportmitteln, Privathaushalten und eben auch auf Berghütten, wo sie für unruhige Nächte und ohnmächtige Hüttenwirte sorgen. 

Nein, kein Thema, über das man gerne in der Öffentlichkeit spricht. Schon gar nicht, wenn man selber welche hat. Allzulange wurden die kleinen Insekten mit fehlender Hygiene in Verbindung gebracht. Daher: Selbstanzeige? – Fehlanzeige. Genau dieses Halbwissen über die Bettwanzen und die Angst, alleine mit dem Problem zu sein, dürfte wohl auch dazu beigetragen haben, dass sich die Bettwanzen praktisch weltweit in aller Ruhe und ungestört ausbreiten konnten. 

Bettwanzen: ungebetene Gäste in unseren Betten

Lebensweise

Die Bettwanze – Cimex lectularius – ist ein blutsaugendes, zwischen 4 und 8,5 mm großes Insekt, das meist als Lästling definiert wird (Abb. 1). D.h. im Gegensatz zu den Schädlingen geht keine direkte Schadensbedrohung für den Menschen aus, obwohl Erreger von Borreliose, Hepatitis und sogar HIV im Labor nachgewiesen werden konnten. 

„Bettwanzen sind Blutsauger – damit können sie theoretisch auch Krankheitserreger übertragen. Eine Erregerübertragung durch Bettwanzen konnte während eines Befalls bislang nicht nachgewiesen werden. Vor dem Hintergrund der massiven Ausbreitung der Insekten müssten diese aber mittlerweile beobachtet worden sein. Aus diesem Grund ist das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern durch Bettwanzen als äußerst gering einzuschätzen“, so Dr. Arlette Vander Pan, Deutsches Umweltbundesamt, Abteilung Gesundheitsschädlinge und ihre Bekämpfung, die sich seit Jahren intensiv der Bettwanzenforschung widmet. 

Die Lebenserwartung einer Bettwanze beträgt rund sechs Monate, die Weibchen legen in dieser Zeit bis zu 150 Eier, aus denen sich Larven entwickeln, die sich in mehreren Zyklen häuten, bis sie adult sind. Sie sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Holzritzen, hinter Steckdosenverkleidungen, im Fußboden usw. Mehrere Monate ohne Nahrung ist kein Problem für Bettwanzen und zudem sind sie durchaus wanderfreudig. 

Abb. 1 Männliche und weibliche Bettwanze. Foto: Arlette Vander Pan I bergundsteigen.blog

Abb. 1 Männliche und weibliche Bettwanze. Foto: Arlette Vander Pan

 

Bisse & Stiche

Angezogen vom Kohlenstoffdioxidanteil in unserer Ausatemluft sowie von der Wärme des menschlichen Körpers kommen sie hauptsächlich bei Dunkelheit aus ihren Verstecken, wandern zielsicher in unsere Betten und saugen für rund 15 Minuten Blut. Die Reaktion auf einen Wanzenstich – meist stechen sie mehrmals nebeneinander, wodurch die sogenannte „Wanzenstraße“ entsteht – sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Während viele Menschen sofort auf Bettwanzenstiche reagieren, zeigen andere erst bis zu zehn Tage später eine Stichreaktion. Meist bilden sich stark juckende, gerötete Pusteln (Abb. 2). Einige Menschen reagieren allergisch auf die Stiche, wieder andere berichten sogar von psychischen Belastungssyndromen. Generell kann man aber aufgrund von Stichen alleine nicht gesichert auf Bettwanzen schließen. 

 

 

Abb. 2 Typische Hautreaktionen nach Bettwanzenstichen. Fotos: Umweltbundesamt

Verbreitung

Bettwanzen werden meist auf Gegenständen transportiert, z.B. auf Möbelstücken, Bilderrahmen, DVDs, etc. – Second-Hand-Produkte vor allem – oder im Reisegepäck. Die Globalisierung und unsere Reiselust tragen massiv zur Verbreitung bei. „Fehlende Hygiene spielt dabei keine Rolle“, so Dr. Vander Pan. „Wanzen kommen in den besten Hotels, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auch in Privatwohnungen vor“. 

Befallserkennung

Schwarze Punkte – Kotspuren – auf Gegenständen, hinter Bilderrahmen, am Lattenrost, in Holzritzen, am Fußboden, hinter Steckdosenverkleidungen sind immer ein Anzeichen dafür, dass es wohl Untermieter gibt. Auch Häutungshüllen können gefunden werden. Im Dunklen mit einer Taschenlampe ausgestattet kann man eventuell Einzeltiere finden oder man stellt Wanzenfallen auf – Anleitungen dazu findet man im Internet zuhauf. 

Meist bedarf es aber einer sehr gründlichen Suche, am besten durch einen Experten. Seit einiger Zeit kommen zusätzlich sogenannten Wanzen-Spürhunde zum Einsatz. Mir ihrer feinen Nase nehmen sie den Geruch von lebenden Wanzen, der an Bittermandeln erinnert, wahr und schlagen Alarm.  

 

Abb. 3 Kotspuren von Bettwanzen an einem Lattenrost, sowie Kotspuren und Häutungshüllen hinter einem Lichtschalter . Fotos: Umweltbundesamt

Bekämpfung

Keinesfalls sollte man irgendwelche handelsüblichen oder im Internet angepriesenen Insektizide auf eigene Faust in der Wohnung versprühen! Die Gefahr, sich selbst giftigen Dämpfen auszusetzen, ist das eine, die Tatsache, dass mit solchen Maßnahmen die Resistenzentwicklung der Tiere gegen Insektizide massiv gefördert wird, das andere. Ein Insektizid kann nur dann wirksam nutzen, wenn alle Tiere getötet werden – ähnlich wie bei der Einnahme von Antibiotika! Wenn immer einige offenbar stärkere Tiere übrig bleiben und diese sich dann wieder weitervermehren, entstehen langfristig gesehen die gefürchteten Resistenzen. „Dass wir heute wieder weltweit ein so großes Problem mit der Bettwanze haben, geht – neben der Globalisierung – ganz klar auf die Ausbildung von Resistenzen zurück. In Europa noch etwas weniger, aber in Amerika ist das bereits das Hauptproblem bei der Bekämpfung der Wanzen“, so Vander Pan. 

Der Schädlingsbekämpfer wird sich je nach Stärke des Befalls sowie den örtlichen Gegebenheiten für eine bestimmte Art der Bekämpfung entscheiden. Zur Auswahl stehen die Behandlung der Räume durch Insektizide mit Langzeitwirkung, direktes Besprühen der Nester, Einsammeln oder Einsaugen der Eier aus sämtlichen Ritzen und Spalten. Jedenfalls ist dies ein aufwendiger und meist auch langwieriger Prozess, denn mit einer einmaligen Behandlung ist es meist nicht getan. Auch handelt es sich um Gifte, die zwar offiziell über eine EU-Verordnung zugelassen sein müssen, aber dennoch haben sie Auswirkungen auf z.B. andere „Nichtzielorganismen“ – sprich durch den Eintrag in die Umwelt können auch andere Organismen außer Insekten betroffen sein.

Abgesehen davon reagieren einige Menschen äußerst sensibel auf Insektizide, was die Wichtigkeit der gezielten und professionellen Anwendung noch einmal unterstreicht. 

Auch thermische Behandlungen kommen zum Einsatz, da man weiß, dass Bettwanzen Temperaturen von über 55° Celsius oder unter -18° Celsius nicht überleben. Je nach Räumlichkeit und Umfang der Vorarbeiten (Abkleben aller Ritze, Verhinderung der Abwanderung der Wanzen, Halten der Wärme, bzw. der Kälte im Raum etc.) kann eine solche Methode sehr wirksam sein. 

Vorbeugung

Kommt man aus einem Hotel, einer Hütte oder wo auch immer her nach Hause und weiß, dass man in einem mit Bettwanzen befallen Ort genächtigt hat, dann sollte man sein Gepäck entsprechend behandeln: Entweder man lässt es gleich von einem Profi begasen oder man packt den Koffer in der Badewanne aus, dann kann man fliehende Tiere leichter erkennen. 

Das Bettwanzenthema ist eines, vor dem man nicht länger die Augen verschließen darf. Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen, und wo nötig, gemeinsame Maßnahmen umzusetzen; denn Einzelbekämpfungen haben keinen Sinn, wenn die Tiere in den nächsten Tagen, über welchen Weg auch immer, wieder eingeschleppt werden.

Alpenvereine gehen in die „Wanzenoffensive“ 

Nachdem auch auf mehreren Schutzhütten im Alpenraum Bettwanzenbefälle bekannt wurden, nehmen sich nun auch die Alpenvereine diesem Thema offensiv an. Zwei Veranstaltungen, initiiert vom Deutschen Alpenverein, mit betroffenen Hüttenwirten, Experten aus Forschung und Praxis sowie dem Tourismus, fanden bereits statt, um zu informieren, Missverständnisse auszuräumen und zu mehr Kommunikation untereinander aufzurufen. 

Gleichzeitig wurde eine Handvoll Hütten aufwendig gegen vorhandene Bettwanzen behandelt, ein Monitoring installiert und auf Öffentlichkeitsarbeit gesetzt. 

Totschweigen hilft nicht

Robert Kolbitsch, DAV Ressortleiter Hütten und Wege, bringt es auf den Punkt: „Es hilft keinem, das Problem Bettwanzen totzuschweigen. Im Unterschied zu z.B. Hotels bieten Hütten mit ihren Holzverkleidungen, Holztrennwänden mit vielen Fugen und Hohlräumen zahlreiche Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten für Bettwanzen, was eine Bekämpfung fast unmöglich macht. Wir können das Problem nur eindämmen, wenn alle Betroffenen das Thema offen ansprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.“

Und damit das Ganze von Anfang an richtig umgesetzt wird, hat sich der DAV zwei Experten ins Boot geholt: Dr. Arlette Vander Pan vom Deutschen Umweltbundesamt, die schon seit Jahren intensiv mit Bettwanzen forscht, sowie Stefan Wellhausen (bettwanzen-profi.de), der Betrieben ein umfassendes Monitoring mit Hilfe von speziell ausgebildeten Wanzenhunden anbietet.

Schritt 1: Gasmaske, Gift und … der Gast ➜ Aufklärung

Es geht darum, Missverständnisse auszuräumen, Bewusstsein zu schaffen, sich dem Problem anzunehmen, einen Befall frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung zu ergreifen. 

Vor allem geht es auch um den Umgang mit der Öffentlichkeit und v.a. mit den Gästen, die verständlicherweise nicht sonderlich begeistert sind, wenn auf der Hütte Menschen mit Gasmasken arbeiten, während sie sich auf einen erholsamen Urlaub in der frischen Luft der Alpen gefreut haben. 

Schritt 2: Die Zeit der Hunde Monitoring

Einige Hütten wurden 2018 aufwendig behandelt. Chemisch oder thermisch – in jedem Fall zeitintensiv, kostspielig und mit Einkommensausfällen verbunden. 

Ein Monitoring soll kurz nach dem Beginn der neuen Saison 2019 zeigen, ob die Hütten tatsächlich wanzenfrei sind – die feinen Nasen der Wanzenhunde sind hier äußerst hilfreich. Stefan Wellhausen räumt allerdings ein, dass die Wahrscheinlichkeit, sich wieder Wanzen durch Gäste einzuschleppen, sehr hoch sei und der Anspruch in Zukunft nicht sein kann, komplett wanzenfrei zu sein, sondern den Befall auf ein erträgliches Maß einzudämmen. Ergo: regelmäßiger Besuch der Wanzenhunde, die Alarm schlagen, sollte wieder ein Befall stattfinden. 

Schritt 3: Wasser, Hitze und Tenside Prävention

Erfolgsversprechende eigene Hütten-Experimente findiger Wirte wie das tägliche Waschen von hauseigenen Hüttenschlafsäcken bei 60° mit viel Waschmittel (Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab, wodurch Wasser auch in die Eier eindringen kann) oder auch der Einsatz von Mikrowellen für Schlafsäcke werden auch von Expertin Vander Pan gutgeheißen. 

Allerdings sind diese Methoden in Hinblick auf den jeweiligen Hüttenstandort und die Energie- und Wasserversorgung sowie den Umweltaspekt kritisch zu sehen. Für den Rucksack – als bestens geeignetes Wanzentransportmittel – hat Vander Pan aber auch einen einfachen Tipp: den Rucksack in ein dichtes Behältnis packen (Sack oder Alukiste, die gut verschließbar ist).

Apropos Rucksack: Permetex-Stoffe - ein Produkt, zwei Meinungen

Pro

Maren Wölk, Vertreterin der Firma Permetex®, erklärt ihr Produkt wie folgt:
„Wir entwickeln und vertreiben textile Produkte, die präventiv oder befallsbegleitend Schutz vor Bettwanzen u.a. Insekten bieten. Dabei arbeitet Permetex® mit einem nachhaltigen Verfahren, ursprünglich entwickelt für die Bundeswehr, bei dem der insektizide Wirkstoff Permethrin fest an die Faser des Stoffes verankert wird.“

Diese sogenannte „Ausrüstung“ des Materials mit dem Wirkstoff führe dazu, dass Bettwanzen und andere Insekten den Kontakt mit dem Material meiden und sich zurückziehen. Erst eine längere Verweildauer würde zum Tod der Insekten führen. 

Zuletzt im Juni 2018 hätte der Schädlingsbiologe Dr. Oliver Zompro, der seit über 20 Jahren aktiv in der Bettwanzenbekämpfung tätig sei, mehrere Tests mit verschiedenen Bettwanzenstämmen aus aktuellen Befällen durchgeführt:
„Wir konnten beobachten, dass die von Permetex® zur Verfügung gestellten Materialproben von Bettwanzen weitgehend gemieden werden. Die Idee einer insektenabweisenden Umverpackung gegen Bettwanzen für das Gepäck von Reisenden scheint zur Reduzierung der weiteren Ausbreitung von Bettwanzen geeignet.“  

Eine solche Umverpackung des Gepäcks soll nun der im Frühjahr 2019 für Alpenvereinshütten entwickelte Permetex® Bug Bag (ca. 80×120 cm, 700 g, € 179,-, www.permetex.de) sein. Getestet in einem Pilotprojekt auf der Alpenvereinshütte Anton-Karg-Haus in Kufstein habe das Ergebnis die Erwartungen übertroffen. Zu Saisonstart 2018 waren dort 15 von 21 Zimmern der Hütte mit Bettwanzen befallen. Nach der Bekämpfung der befallenen Zimmer durch die Firma Adonex in einer Kombination mit einem viermonatigen Einsatz der Bug Bags sei diese Hütte aktuell bettwanzenfrei.

Contra

Forscherin Dr. Arlette Vander Pan vom Deutschen Umweltbundesamt steht dem alltäglichen Gebrauch von mit Insektizid behandelten Materialien wie den Permetex-Stoffen skeptisch gegenüber. Experimente im Labor hätten gezeigt, dass der Stoff geringe bis keine repellente Wirkung zeige, was nicht verwundere, da er auch nicht als Abwehrmittel, sondern als Insektizid zugelassen sei. Dies bestätige auch die Literatur wie z.B. dem Paper „Behavioral Responses of the Bed Bug to Permethrin-Impregnated ActiveGuard® Fabric” von

Susan C. Jones, Joshua L. Bryant and Scott A. Harrison zu entnehmen sei: „ActiveGuard® ist ein ähnliches Produkt wie Permetex, nur mit 1,64 % Permethrin anstatt wie bei Permetex 0,9 %. Fünf Stämme wurden getestet und keinerlei repellente Wirkung festgestellt.“

Dr. Arlette Vander Pan führte zudem eigene Versuche mit mehreren Bettwanzenstämmen und verschieden langer Kontaktdauer mit dem Permetex-Stoff (2 min, 60 min, 24 h) durch, die deutlich zeigen würden, dass offenbar die Verweildauer auf dem Stoff ausschlaggebend sei. Nach nur zwei oder auch nach 60 Minuten würden die Tiere aufstehen und weiterlaufen oder würden sich innerhalb weniger Tage wieder erholen. Erst nach 24 h seien zumindest bis zu drei Tagen nach dem Experiment offenbar alle Tiere tot, aber selbst hier stand nach fünf Tagen wieder eine Wanze auf. Dr. Arlette Vander Pan: „Genau das führt zur Ausbildung von Resistenzen, oftmals sogar zu Kreuzresistenzen, wodurch die Insekten dann gegen alle Typen von Pyrethroiden resistent sind. Das macht die zukünftige Bekämpfung immer schwieriger.“

In Bezug auf die Erfolge am Anton-Karg-Haus gibt Dr. Vander Pan zu bedenken, dass es keine Kontrollhütte gab, so dass man nicht eindeutig auf die Wirksamkeit des Bug Bag schließen könne, zumal es auch andere Hütten gäbe, bei denen eine Tilgung des Befalls ganz ohne Bug Bag auch gelungen sei. 

Die Alpenvereine schließen sich übrigens der Meinung von Dr. Vander Pan an und raten von Permetex-Stoffen ab.

Fazit

Um den Befall von Bettwanzen in den Griff zu bekommen, also um eine Ausbreitung und Wiedereinschleppung möglichst zu vermeiden, wird es wohl der Kombination mehrerer Maßnahmen bedürfen.

  • Angefangen von der frühzeitigen Erkennung des Befalls über das Waschen von Decken und Schlafsäcken bei 60° mit viel Waschmittel
  • bis hin zu gut verschließbaren Behältnissen für Rucksäcke, die – und hier gehen die Meinungen auseinander – schon oder eben nicht aus einem mit Insektiziden behandeltem Stoff sein müssen.
  • Dazu kommt Gesprächsbereitschaft, Aufklärungs- und Zusammenarbeit in der gesamten Region und bei allen potentiell Betroffenen.

Es bleibt zu hoffen, dass bald vermehrt auf biologische – auf jeden Fall giftfreie – Methoden zugegriffen werden kann. Denn im Sinne der Ökologie ist weder das tägliche Waschen von Hüttenschlafsäcken und Bettwäsche bzw. Decken noch der massive Einsatz von Insektiziden akzeptabel. 

Vielleicht sind es daher doch bald ganz gewöhnliche Bohnenblätter, die den Durchbruch in der Wanzenbekämpfung bringen. In Indien beispielsweise werden solche Bohnenblätter rund um das Bett gelegt – mit Erfolg: Die Wanzen bleiben an den Härchen der Blätter hängen, die sich in Folge in ihre Beine bohren und sie töten. Bisher konnte daraus noch kein synthetischer Stoff hergestellt werden, aber Studien beschäftigen sich intensiv mit dieser giftfreien, biologischen Alternative.  

In diesem Sinne: hoffentlich wanzenfreie Nächte im Hüttenschlafsack oder eine gesunde Portion Gelassenheit gepaart mit der Hoffnung, dass man nicht allergisch auf Bettwanzenstiche reagiert. 

„Ratgeber für Hüttenwirte“ des DAV, ÖAV & AVS

Der neue „Ratgeber für Hüttenwirte
ist ab sofort beim DAV, ÖAV und AVS erhältlich. ◼︎

Illustrationen: Roman Hösel