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Als einmalige Gelegenheit in der Karriere eines jeden Lawinenmenschen nennt der Lawinendynamiker J.T. Fischer die Möglichkeit, an der Organisation und Gestaltung des ISSW 2018 mitgewirkt zu haben. Dieser International Snow Science Workshop, die weltweit größte Veranstaltung zu dem Thema, fand bisher alle zwei Jahre abwechselnd in Kanada und den USA statt. Nach zwei Probeläufen in Europa, 2009 in Davos und 2013 in Grenoble, gastierte er in diesem Jahr vom 7. bis 12. Oktober erstmals im regulären Rhythmus in Europa, und zwar in Innsbruck.

Und weil die bergundsteigen-Redaktion auch dort zuhause ist, unser Stammautor Christoph Mitterer und sein Kumpel Herr Fischer im Programmkomitee waren, wir gerade mit dem bergundsteigen-blog starten wollten und an der ISSW ohnehin kein Weg vorbeiführt, hat das Eine das Andere ergeben …
Letztendlich waren Walter Würtl und Georg Rothwangel von unserer Print- und Riki Daurer von unserer Online-Redaktion die ganze Zeit vor Ort und haben intensiv auf unserem Blog berichtet. Nachzulesen und -sehen auf www.bergundsteigen.blog

Nun wird in jedem Bergsport-Bereich ja gerne die Kluft zwischen den Schreibtisch-Theoretikern und den Outdoor-Praktikern kultiviert, auch wenn es um das Lawinenthema geht. Wer jemals bei einem ISSW war, wurde eines Besseren belehrt: es stellt sich nämlich schnell heraus, dass die allermeisten Forscherinnen und Autoren von wissenschaftlichen Publikationen mindestens ebenso gerne powdern wie wir und zig Tage auf den Skiern im Gelände verbringen. Vor allem aber sind sie extrem entspannt, wenn es um ihre oder andere neue Erkenntnisse geht, auch wenn diese kontrovers gesehen werden. Es wird gerne diskutiert und gestritten, aber mit offenen Karten und nur in der Sache, wobei die mit den besseren Argumenten gewinnt. Schade, dass sich im Gegensatz zu Nordamerika kaum „Profis aus der Praxis“ die Zeit für einen Besuch genommen haben. Sie hätten nicht nur die neuesten Erkenntnisse der Schnee- und Lawinenforschung mitgenommen, sondern gesehen, wie Experten miteinander an einer Sache arbeiten und sich austauschen, ohne dass persönliche Befindlichkeiten und mangelndes Selbstvertrauen im Weg stehen.

bergundsteigen Winter 18/19, #bergundsteigen105 I bergundsteigen.blog

Wie auch immer war es naheliegend die Chance zu nutzen und für diese bergundsteigen-Winterausgabe die besten, wichtigsten und für uns relevantesten Themen vom ISSW abzudrucken und so haben an der Ausgabe #105 insgesamt 30 Autorinnen aus sieben Ländern mitgearbeitet:
Markus Landrø & Gerit Pfuhl (Wie entscheiden Experten im Lawinengelände?) / Andrea Mannberg, Jordy Hendrikx & Jerry Johnson (Are you keeping up with Jeremy Jones?) / Frank Techel, Christoph Mitterer & Thomas Stucki (Sprechen wir die gleiche Sprache?) / Thomas Stucki (Lawinengrössen „neu“) / Jürg Schweizer, Frank Techel, Christoph Mitterer & Benjamin Reuter (Wie viele sind viele? Ein Versuch die Gefahrenstufen zu quantifizieren) / Marc Adams, Jan-Thomas Fischer, Andreas Kofler, Christian Tollinger, Armin Graf & Reinhard Fromm (Drohnen für die Lawinenforschung) / Katreen Wikstrom Jones, Gabriel J. Wolken, David Hill, Ryan Crumley, Anthony Arendt, Jonah Joughin & Landung Setiawan (Community Snow Observations) / Philipp Weißgraeber & Philipp Rosendahl (Schneebrettlawinen. Bruchmechanik der Schwachschicht) / Manfred Steffl (Die Auswirkung von vertikaler und seitlicher Belastung auf Schwachschichten bei Schneedeckentests) / Birgit Sattler & Klemens Weisleitner (Leben im Eis) / Andreas Gobiet, Sven Kotlarski, Prisco Frei, Jan Rajczak, Deborah Verfaillie, Samuel Morin & Marc Olefs (Klimawandel – was bedeutet er für den Schnee in den Alpen?)

Und damit es nicht nur um Lawinen geht, haben wir die engagierte Arbeit von den Picos-Guides Florian König und Arne Bergau zur Seiltechnik auf anspruchsvollen Alpintouren abzudrucken dürfen – eine perfekte Vorbereitung für die kommenden (Ski-)Hochtouren.

Viel Freude beim Lesen und einen schönen Winter im Gebirg.
Peter Plattner, Chefredakteur

Alle Beiträge, weitere Leseproben und Abo-Möglichkeit unter www.bergundsteigen.at bzw. www.bergundsteigen.blog