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Eindrücke von Freitag, 12. Oktober, ISSW 2018

Hauptthemen: Human Factors und Risikostrategien – die erste Session am Vormittag

Hier die subjektive Auswahl von Beiträgen und Themen, die Walter Würtl interessant fand und von denen er glaubt, dass man die Arbeiten der Vortragenden auch in Zukunft verfolgen sollte.

Dangerator ISSW 2018 I bergundsteigen.blog

Günter Schmudlach

stellte sein sehr spannendes Planungswerkzeug „Skitourenguru“ vor, bei dem die Lawinengefahr mittels dynamischer Reduktionsmethode auf Basis eines digitalen Geländemodells so in Beziehung gebracht wird, dass man auf der Karte sehr einfach jene Touren zur Auswahl bekommt, die an diesem Tag mit geringem Risiko gemacht werden können. Sicher ein Meilenstein in der Tourenplanung!

James Floyer

aus Kanada stellte mit dem „Dangerator“ ein einfaches Werkzeug vor, das für Leute gedacht ist, die in Gebieten unterwegs sind, wo es keinen Lawinenlagebericht gibt. Bestechend einfach! Ob es tatsächlich dazu geeignet ist, in Gegenden ohne Lawinenlagebericht die Gefahrenstufe zu ermitteln, wird sich zeigen? Dranbleiben lohnt sich aber sicher.

Markus Landrö

aus Norwegen machte in einer umfangreichen Arbeit eine Analyse von Faktoren, die in den gebräuchlichen Entscheidungsstrategien verwendet werden. Eine zentrale Aussage seiner Arbeit ist, dass beispielsweise weniger die Gefahrenstufe, sondern vielmehr das Lawinenproblem in der Praxis zählt! Eine zweite Aussage ist, dass es nicht so sehr darauf ankommt, wie steil der Hang genau ist, sondern ob „er steil genug für Lawinen ist!“ Abschließend hielt er noch ein starkes Plädoyer dafür, dass wir über die Faktoren hinaus einmal begreifen müssen, wie wir als Wintersportler Entscheidungen fällen, jenseits der technischen Komponente.

Pascal Haegeli

beantwortete die Frage, ob Lawinenairbagsysteme zu riskanterem Verhalten führen auf Basis umfangreicher Untersuchungen leider nicht mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“ – obwohl es schon eine Tendenz in Richtung Risikokompensation gibt. Bei den Gesprächen nach der Session in kleiner Runde war man sich nicht ganz einig über die konkrete Aussage von Pascal. Jedenfalls ist es auch zukünftig wichtig, sich dem Thema zu widmen und den gesamten Artikel von Pascal noch einmal in Ruhe zu lesen!

Stimmen zum Tag – noch schnell eingefangen.

Max Loy hat die SnowSafe-App entwickelt und betreibt diese Infoplattform seit neun Jahren.

„Super Netzwerkveranstaltung, die sehr gut organisiert ist und bei der v.a. der wissenschaftliche Austausch gewaltig ist. Die Vorträge sind sehr gut und informativ. Bemerkenswert, wie viel weltweit in Richtung Lawinenthemen passiert und wie viel geforscht wird. Leider entstehen aber oft auch Insellösungen, weil nicht länderübergreifend gearbeitet wird!“

Didi Kotlaba, Leiter der Hardwareentwicklung bei Ortovox

Es ist cool, dass man mit internationalen Experten aus dem Lawinenfachkreis zusammenkommt und Zeit hat, verschiedene Themen rund um die Rettung und Prävention zu diskutieren. Spannend fand ich auch den Ansatz, in kleinen Gruppen Workshops zu machen, zusätzlich zu den Vorträgen im Plenum.“

„Bei der ISSW sollte nicht nur der Durst nach Lawinenwissen gestillt werden, sondern auch der Durst nach Bier nach den Posterpräsentationen.“

Stefan Rössler, Bergführerausbilder und Rettungsexperte

„Für mich ist es wirklich schön, dass in meiner Heimatstadt so viele Leute zum Thema Schnee- und Lawinen diskutieren und es dabei auch viele Möglichkeiten gibt, in lockerer Art selbst kontroversielle Themen zu besprechen.“

„Ich hätte mir fast weniger unterschiedliche Themen gewünscht und dafür etwas mehr Raum zur Diskussion. Es bleibt durch den engen Zeitplan einfach immer sehr wenig Zeit die Dinge zu reflektieren.“

„Obwohl es grundsätzlich schon eher theorielastig ist, bekommt man immer wieder gute Inputs für die Praxis.“

Albert Leichtfried, Leiter der Bergführerausbildung in Österreich

„Wichtiger als die reinen fachlichen Inhalte beim Kongress war für mich das Zusammenkommen der begeisterten Menschen und die daraus entstehenden Diskussionen über Theorie und Praxis.“

„Für die Zukunft ist dieser ISSW auch Motivation, sich als Praktiker vermehrt in die fachliche Diskussion einzubringen.“